Archiv (News aus der Gemeinde)

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ATTAC
 

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EBENSEE IST ERSTE ATTAC-GEMEINDE ÖSTERREICHS

....dem Kaputt-Sparen einen Riegel vorschieben!

 

Am Freitag, den 15. Juli 2005, wurde Ebensee zur ersten Attac-Gemeinde Österreichs. Im Rahmen eines Festes im Rathauspark fand die feierliche Unterzeichung der Attac-Partnerschaft statt. Mitgestaltet wurde das bemerkenswerte Ereignis von den Ortsbäuerinnen, Park-Cafe Tiki Taki, Kulturverein Kino Ebensee und den Ebenseer Bands LK4 und 32-Twenty.

Den Beitritt zur globalisierungskritischen Bewegung, die einstimmig im Gemeinderat von SPÖ, ÖVP und FPÖ beschlossen wurde, begründet Vizebürgermeister Erwin Zeppetzauer: “Ich bin davon überzeugt, dass viele Ziele von Attac in Zukunft auch für uns als Gemeinde von Bedeutung sein werden. Die negativen Auswirkungen der Globalisierung sind auch hier schon spürbar.“

Die Ernennung zur Attac-Gemeinde fand im Rahmen der vierten Attac-Sommerakademie, welche dieses Jahr in Ebensee (HS1, Arbeiterheim, Kino) abgehalten wurde, statt. In Workshops und Diskussionen wurden verschiedenste soziale, politische und ökonomische Probleme erörtert. Der Themenschwerpunkt lag auf dem sogenannten Standortwettbewerb, der auf globaler, regionaler und lokaler Ebene negative Auswirkungen nach sich zieht.

Ebensee ist von dieser Entwicklung besonders betroffen, wie die Schließung des Ebenseer Solvay-Werkes zeigt. Schon bei der STOPP GATS-Kampagne, einer Resolution gegen die Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen, konnte Attac 315 Gemeinden zur Unterzeichnung bewegen. Die negativen Folgen von Privatisierungen und das Kaputt-Sparen im öffentlichen Bereich betreffen die Gemeinden als erste. „Die Forderung nach Privatisierung ist mittlerweile schon unglaublich groß, der Druck nimmt ständig zu. Der Bund verlangt eine Auflistung aller öffentlichen Bereiche, die man noch zu Geld machen kann“, beschreibt Vizebürgermeister Zeppetzauer die Situation.

In den Kriterien für eine Attac-Gemeinde versucht man, genau diesen Entwicklungen entgegenzutreten. Ein zentraler Punkt ist die Verpflichtung, keine Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen und der Infrastruktur mehr vorzunehmen. Weitere Kriterien sind die Förderung der Nahversorgung, eine frauengerechte Budgetpolitik und kein Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen.In Ebensee werde man jetzt auf eine Informationskampagne setzen, um die Bevölkerung über die ATTAC-Ziele aufzuklären. "Wir werden auch versuchen, unsere Nachbargemeinden im Salzkammergut zu diesem Schritt zu bewegen, um durch ein solidarisches Auftreten unseren Forderungen noch mehr Gewicht zu verleihen", unterstreicht Zeppetzauer.“Wenn sich wie bei der STOPP GATS-Kampagne wieder so viele Gemeinden anschließen, kann die Regierung diese lautstarke Forderung nach einer Politik abseits der reinen Standortlogik nicht länger ignorieren“, sind sich Brigitte Kratzwald, Attac-Vorstandsmitglied und Erwin Zeppetzauer einig.

                                                                                                   

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Richtlinien für Attac Gemeinden:
Download: Richtlinien für eine Attac-Gemeinde >>

Folgende globalisierungskritische Literatur liegt in der Gemeindebücherei auf:

"Fast nackt" – Leo Hickman
"Die geheimen Spielregeln des Welthandels" – Felber Christian
"Genial dagegen" – Misik Robert
"Lizenz zum Plündern" – Mies Maria
"ATTAC" – Grefe Christiane
"ATTAC: Sand im Getriebe" – Ruth Jung
"Profit over People" – Chomsky Noam
"Im Roulette der Finanzmärkte" – Widowitsch Roland
"Atlas der Globalisierung"
"Hitzerekorde und Jahrhundertflut" – Latif Mojib
"Das kritische EU-Buch"
"Reisebericht eines T-Shirts" – Rivoli Pietra
"Das Imperium der Schande" – Ziegler Jean

ATTAC-Resolutionen >>

Interview - ATTAC Gemeinden
 
am 11.10.2006, um 18.25 Uhr, im Journal Panorama auf Ö1 mit Vbgm. Zeppetzauer  und ATTAC-Gmunden. Globalisierung demokratisch und gerechter gestalten!  Nachstehend das Interview mit Vbgm. Zeppetzauer in ungekürzter Länge:  Ö1 Redakteuerin Monika Kalcsics im Gespräch mit Vbgm. Erwin Zeppetzauer über  Ebensee als 1. ATTAC- Gemeinde Österreichs und die negativen Auswirkungen  neoliberaler Politik.

Monika Kalcsics: Warum ist Ebensee 1. ATTAC-Gemeinde Österreichs?

Erwin Zeppetzauer: Vor ungefähr drei Jahren besuchte ich, von ATTAC Gmunden  organisiert, einen Vortrag über das Thema „Privatisierung  Trinkwasserversorgung“. Da wir in Ebensee eines der größten  Grundwasserreservoirs Mitteleuropas besitzen, war dieses Thema von ganz  besonderer Bedeutung für mich. Dadurch wurde ich auf ATTAC aufmerksam, wurde  Mitglied, bekam Infos und besuchte regelmäßig die ATTAC- Homepage. Im Jahr 2004  wurde der Wunsch an die Gemeinde herangetragen mitzuhelfen, die ATTAC  Sommerakademie 2005 in Ebensee zu organisieren.Die Sommerakademie fand statt,  wir konnten optimale Rahmenbedingungen schaffen, sodass diese Veranstaltung ein  großer Erfolg wurde. Während der Vorbereitungsarbeiten entstand die Idee, dass  auch eine Gemeinde Mitglied von ATTAC werden könnte. ATTAC arbeitete „Kriterien  für eine ATTAC Gemeinde“ aus und anlässlich eines ATTAC Festes wurde die  Beitrittsurkunde feierlich unterzeichnet. Dem voraus gegangen ist ein  einstimmiger Gemeinderatsbeschluss.

Monika Kalcsics: Was sind nun die Kriterien einer ATTAC-Gemeinde?

Erwin Zeppetzauer: Die Kriterien für eine ATTAC-Gemeinde sind in der Homepage  der Gemeinde Ebensee unter www.ebensee.at. nachzulesen.

Kurz zusammengefasst:  Gemeinsam mit ATTAC Österreich bekennen sich ATTAC Gemeinden zu folgenden  politischen Leitlinien: 

1. Die Globalisierung muss demokratisch und gerechter  gestaltet werden.

2. Weltweit muss sich Wohlstand und soziale Sicherheit  erhöhen, sich die Kluft zwischen Arm und Reich schließen.

3. Das Gemeinwohl  muss höher bewertet werden als rein betriebswirtschaftliches Denken und  Dienstleistungen.Trinkwasser, Energie, Bildung, Gesundheit, Pensionen,  Bundesforste,.... dürfen nicht weiter privatisiert werden.

4. Der Wettbewerb  zwischen Staaten, Ländern, Regionen, Gemeinden um die niedrigsten Steuer und  Umwelt- u. Sozialstandard ist schädlich und gehört beendet. Multinationale  Konzerne dürfen nicht besser behandelt werden als Klein- u. Mittelbetriebe.

5.  Eine vollständige ökologische Kostenwahrheit im Transport muss hergestellt  werden  und regionale Wirtschaftsstrukturen gehören gefördert.

ATTAC Gemeinden bemühen sich in ihrem Einflussbereich um die Einhaltung  folgender politischer Forderungen bzw. Maßnahmen:

1. Verbesserung der  öffentlichen Infrastruktur

2. Keine Privatisierung öffentlicher  Dienstleistungen, wie Trink- u. Abwasser, Soziale Dienste, Schulen,  Wohnungen,....

3.Förderung der Nahversorgung

4. Mitmachen bei gentechnikfreien  Regionen

5. Öffentliches Verurteilen des Steuer- u. Standortwettbewerbes.

ATTAC Gemeinden erklären sich bereit:

1. aktuelle Schwerpunktthemen von ATTAC  aufzugreifen,

2. ATTAC Resolutionen im Gemeinderat zu diskutieren und  abzustimmen,

3. zur gegenseitigen Vernetzung und Kooperation mit ATTAC und  anderen ATTAC Gemeinden beizutragen.

Monika Kalcsics:Was war das Hauptthema der ATTAC Sommerakademie 2005 in  Ebensee?

Erwin Zeppetzauer:ATTAC ist eine globalisierungskritische Organisation und  behauptet, dass Globalisierung gestaltet werden muss im Sinne der Beschäftigten  und der BürgerInnen der einzelnen Staaten.Derzeit bestimmen multinationale  Großkonzerne die Globalisierung, riesige Gewinne weisen darauf hin.2005 stellte  der internationale Konzern Solvay mit der Zentrale in Brüssel nach mehr als 120  Jahren die Sodaproduktion in Ebensee ein, das bedeutet einen  Arbeitsplatzverlust für gesamt ca. 160 Beschäftigte und das, obwohl Solvay im  Jahr 2005 die höchsten Gewinne der Konzerngeschichte erarbeitete.Die Aussage:  „Geht es der Wirtschaft gut, geht es den Menschen gut,“ trifft schon lange  nicht mehr zu. Das Beispiel Solvay bewies, dass es dem Betrieb wirtschaftlich  noch nie so gut gegangen ist und trotzdem 160 Beschäftigte auf der Straße  stehen.Das ist neoliberale Wirtschaftspolitik wie sie von der derzeitigen  österreichischen Regierung, von der EU und den USA betrieben wird.

Monika Kalcsics:Wie schätzen Sie die Zukunft ein, wird die neoliberale Politik  mit ihren negativen Auswirkungen weiter ausgebaut oder von den Verantwortlichen  zurückgenommen werden.

Erwin Zeppetzauer: Es gibt Hoffnung, dass die Verantwortlichen diese  neoliberale Politik zurücknehmen werden, nicht nur wegen ATTAC und deren  Kampagnen.Eine neue Wifo-Studie bringt anschauliches Datenmaterial über die  wachsenden Ungleichheiten in Österreich. Während die Gutverdienenden einen  immer größeren Teil des Einkommenskuchens bekommen, schrumpft das Stück der  GeringverdienerInnen dramatisch. Die unteren 20% der unselbstständig  Beschäftigten verdienten 1995 noch 7% aller Einkommen, 2003 waren es nur noch  2,3%.

Interessante Persönlichkeiten erkennen diese Problematik und einige davon darf  ich zitieren:

Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler„Der Kapitalismus ist genauso falsch wie  der Kommunismus."

LH Erwin Pröll„Geld regiert die Welt, aber es kann sie auch völlig kaputt  machen.Daher ist es Aufgabe der Politik, den Managern der internationalen  Konzerne Grenzen zu setzen.“

Alfred Gusenbauer, SPÖ-Vorsitzender„Die Leute haben genug vom Neoliberalsismus“

Ex-CDU-Arbeits- u. Sozialminister Norbert Blüm"Am schmerzlichsten berührt mich,  dass meine gute, alte CDU sich von dieser flatterhaften, neoliberalen Epidemie  infizieren ließ. Die christlich-soziale Bewegung ist heimatlos geworden“.

Wohltuend ein Zitat von Mag. Sepp Wall Strasser, LinzGründungsmitglied von  ATTAC Österreich, Bereichsleiter für Bildung- u. Zukunftsfragen im ÖGB  Oberösterreich„ Seit Jahren wird in Österreich und Europa dereguliert und  privatisiert. Den Großunternehmen werden Steuern erlassen mit dem Argument,  dass sie dann ihre Gewinne wieder investieren und damit Arbeitsplätze schaffen.  Nur: Sie investieren nicht, weil die Kaufkraft sinkt. Außerdem winken bei  Spekulationen viel größere Profite.So kaufte z.B. Herr Kovats die VA Tech  nicht, um dort Arbeitsplätze zu sichern, sondern um sie ein Jahr später nach  kräftigem Spekulieren doppelt so teuer zu verkaufen (70-80 Millionen Gewinn  innerhalb eines Jahres und das ohne Steuern zu bezahlen). Ergebnis: Die VA Tech  wird zergliedert und verkauft.Dem Staat entgehen durch diese Politik Milliarden  an Einnahmen. Deshalb kann er viele Aufgaben, die er früher erfüllen konnte,  nicht mehr leisten: Ausbau des Bildungs-, Gesundheits-, Pensionssystems, des  Sozialstaates, des öffentlichen Verkehrnetzes usw.Den Menschen wird  weisgemacht, dass sie über ihre Verhältnisse gelebt hätten. Tatsächlich gibt  der Staat derzeit prozentuell weniger für Bildung, Pensionen,....aus als  früher.Diese Politik muss geändert werden sonst droht Armutsvorsorge statt  Sozialstaat. Dazu gibt es viele Ansätze und Rezepte. Parteien und  PolitikerInnen brauchen sie nur aufzugreifen."

Monika Kalcsics: Wie weit wirkt sich die derzeitige Art der Globalisierung auf  die Gemeinden aus?

Erwin Zeppetzauer: Leidtragende sind unter anderem die Gemeinden, d.h. die  GemeindebürgerInnen.Da sich das Steuereinkommen des Bundes nicht wesentlich  erhöht, bleibt auch die Haupteinnahme der Gemeinden über den Finanzausgleich,  die Abgabenertragsanteile, in etwa gleich.Die Pflichtausgaben der Gemeinden,  wie Sozialhilfeverband und Krankenanstaltenbeiträge erhöhten sich in den  letzten 10 Jahren um etwa 300%. Die Gemeinde ist jedoch zuständig für die  Erhaltung der Pflichtschulen, der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung,  der Gemeindestrassen, der Sozialwohnungen, der Rettungsorganisationen (Rotes  Kreuz, Berg- u. Wasserrettung), ist zuständig für Umwelt-, Hochwasserschutz  (die Eigenleistung erhöhten sich von 7% auf 15%), für Wildbach- u.  Lawinenverbauung, für die gesamte Infrastruktur (Wirtschaftsförderung,  touristische Einrichtungen), für Kultur und auch für die finanzielle  Unterstützung der Vereine vor Ort, die das gesellschaftliche Leben einer  Gemeinde wesentlich prägen,.....Es ist also nicht verwunderlich, dass von 450  Gemeinden in Oberösterreich mehr als 200 finanzielle Schwierigkeiten haben, ihr  Budget nicht mehr ausgleichen können und als so genannte Abgangsgemeinde  bezeichnet werden.

Monika Kalcsics: Welche Ansätze und Rezepte dagegen können die Finanzkraft der  Gemeinden wieder stärken?

Erwin Zeppetzauer:Ich hoffe nicht, dass die Gemeinden vom Bund oder Land  gezwungen werden, ihre Besitzungen zu verkaufen, d.h. zu privatisieren.  Abgangsgemeinden könnten durch Gesetzesbeschlüsse gezwungen werden, ihre  Wasser- und Abwasserversorgung, ihre Sozialwohnungen aber auch Schulgebäude,  ...... zu verkaufen. Damit ginge das Ziel der WTO, der  Weltwirtschaftsorganisation, in der Österreich Mitglied ist, in Erfüllung,  nämlich Gesundheit, Bildung, Wasser, Abwasser,.... zu privatisieren. Rezepte  gegen diese Entwicklung, die Mag. Sepp Wall Strasser, Gründungsmitglied von  ATTAC Österreich angeführt hat, sind in der Homepage von www.attac.at unter  „Fair Steuern“ nachzulesen:Kurz gesagt: Österreich wird jedes Jahr um 2%  reicher. Wir könnten uns daher jedes Jahr mehr Schulen, Krankenhäuser,  Postämter, Kindergärten, soziale Sicherheit leisten. Dennoch wird überall  gekürzt, gespart und zugesperrt. Wie passt das zusammen?Ein wichtiger Grund  liegt im globalen Steuerwettlauf: Staaten konkurrieren darum, mobiles Kapital  und internationale Unternehmen immer geringer zu besteuern. Damit tragen  ausgerechnet die, die am meisten haben, immer weniger zum Steueraufkommen bei.  Und „wir alle“ müssen sparen. Österreich ist kein bedauernswertes Opfer dieser  Entwicklung, sondern heizt sie gehörig mit an: die niedrigsten Vermögenssteuern  aller Industrieländer, ein Bankgeheimnis, das Wirtschaftskriminelle schützt,  Steuersonderangebote für Konzerne, Privilegien für die ganz Reichen  (Privatstiftungen),.....Große Unternehmen, multinationale Konzerne freuen sich  über hohe Gewinne und zahlen kaum Steuern. 10% der ÖsterreicherInnen besitzen  zwei Drittel des gesamten Vermögens und zahlen dafür gar keine Steuern. Dem  Staat fehlt dieses Geld. Blöd für uns alle: wir müssen immer mehr Abgaben auf  unser Arbeitseinkommen zahlen, und trotzdem werden Bildung, Gesundheit,  Altersversorgung,... teurer.Würde Österreich die Vermögens- u.  Gewinnbesteuerung auf den Schnitt der „alten EU-15“ anheben, hätten wir  jährlich 7 Milliarden Euro mehr Staatseinnahmen und Budgetüberschüsse statt  eines Defizites! Die schmerzhafte Spar- u. Zusperrpolitik könnte beendet, die  soziale Sicherheit erhöht und die Armut verringert werden.

„Fair Steuern“ ist möglich. Folgende Schritte sind dafür dringend nötig und  auch machbar: 1. Vermögen wieder vernünftig besteuern 2. Stopp dem  Steuerwettlauf: einheitliche Unternehmensbesteuerung in der EU  3. Kapital – u.  Arbeitseinkommen gleich besteuern 4. Steueroasen trocken legen: Sie sind der  Fluch der globalisierten Welt. Sie nützen nicht nur großen Konzernen und  Superreichen, sondern auch Geldwäschern, die illegale Gelder verstecken.

Monika Kalcsics: Ist dieses Programm „Fair Steuern“ eine Vision oder  tatsächlich umsetzbar?

Erwin Zeppetzauer:Dieses Programm ist umsetzbar, wir haben im Gemeinderat die  ATTAC-Resolution  „Fair Steuern“ mit großer Mehrheit beschlossen, nachzulesen  unter www.ebensee.at / ATTAC. Österreichische Regierungsverantwortliche könnten  dazu viel beitragen. Nur sehe ich keine Chance einer Änderung dieser  Belastungspolitik auf Kosten der Mehrheit der ÖsterreicherInnen, so lange die  derzeitige Regierung im Amt ist.Aber auch in der EU gäbe es viele Ansätze, eine  Wirtschaftspolitik im Sinne der BürgerInnen und nicht der Superreichen und der  mulinationalen Konzerne zu machen. Globalisierung kann anders gestaltet werden,  es fehlt jedoch der Wille der Verantwortlichen, der Regierungschefs und der  Minister der einzelnen Staaten in der EU. Aber auch die führende Nation, die  die Globalisierung im negativen Sinne anheizt, die USA, muss ihre Politik zum  Wohle der gesamten Weltbevölkerung ändern.Wer wissen will, wie eine EU anders  gestaltet werden könnte, für den ist folgendes Buch eine Pflichtlektüre: ATTAC  (Herausgeber), „Das kritische EU-Buch. Warum wir ein anderes Europa brauchen“;  DEUTICKE.Dieses Buch ist auch in der Öffentlichen Gemeinde- und Pfarrbücherei  auszuborgen.

Monika Kalciscs: Viel Glück für die Umsetzung ihrer Strategien und danke für das Gespräch.