| Wer nach einem kurzen Spaziergang auf der
schmalen Brücke über den Rindbach-Wasserfall steht
und beeindruckt das Naturschauspiel des über mehrere
Stufen teils in kleinen Fällen, teils gleitend herabstürzenden
Wassers beobachtet, kann - mit einem Blick für geografische
Zusammenhänge ausgestattet - die Entstehung dieses
Naturschauspiels leicht nachvollziehen.
Der breite Trog des Trauntals und das enge Kerbtal des
Rindbachs beweisen, dass das Rindbachtal im Gegensatz zum
Trauntal während der letzten Eiszeit nicht vergletschert
war.
Der Traungletscher war bei Ebensee noch ungefähr 900m
mächtig und schob sich einige 100 m ins Rindbachtal
hinein - Gletscherschliffe und Moränen sind Zeugen
- und tiefte sich bis zu 170 m unter das heutige Niveau
ein.
Die Seitentäler, so auch das Rindbachtal, mündeten
als Hängetäler in die Haupttäler. Nach dem
Schmelzen des Eises vor ca. 17.000 Jahren schnitt sich der
Rindbach zuerst in die aufgeschütteten Schotter und
schließlich in die darunter liegenden Kalke ein. Der
Wasserfall und die anschließende Klamm bildeten sich.
Während der Eiszeit wurde unsere Landschaft entscheidend
umgestaltet. Der landschaftliche Charakter des Salzkammergutes,
das Nebeneinander von Seen, breiten Talböden und steilen
Berghängen ist darauf zurückzuführen. Der
mächtige Traungletscher teilte sich bei Bad Ischl.
Richtung Westen schürfte er das Becken des Wolfgangsees,
Fuschlsees, Mondsees und Attersees. Ein Teil strömte
Richtung Norden und schuf das Becken des Traunsees. Die
Ebenseer Gebirgsseen sind Produkte lokaler Gletscher des
Toten Gebirges und des Höllengebirges.
Wegverlauf
Vom Parkplatz bei der Schießstätte in Rindbach
folgt man der Straße ins Rindbachtal. Bevor die Forststraße
den Rindbach überquert, zweigt der gut beschilderte
Fußweg zum Wasserfall ab, den man nach wenigen Minuten
erreicht.
Eine Brücke führt über den Wasserfall. Auf
in den Kalk gemeißelten Stufen führt der Weg
in einen Buchenwald, nach 15 Min. gelangt man wieder auf
die Forststraße durch das Rindbachtal. An einem Marterl
vorbei, genießt man den Blick auf Ebensee und den
Feuerkogel.
Wer nicht gerne
auf Forststraßen wandert, zweigt bei der folgenden
Straßenkehre (Holzlagerplatz) auf einen nicht markierten,
am Fuße des Erlakogelmassivs verlaufenden Weg ab.
Die massiven Kalkwände sind für Kletterer als
Klettergarten erschlossen (Touren bis zum VIII. Grad).
Kurzinformation
Ausgangspunkt: Ebensee Rindbach: Parkplatz bei Schießstätte
Gehzeit: Parkplatz - Wasserfall - Forststraße - Gh.
Rindbachmühle:
1 St.
Höhenunterschied: Parkplatz - Wasserfall - Forststraße:
113 m
Anforderungen: leichte Wanderung
Einkehrmöglichkeit:
Gh. Riedler

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