| Wer durch das Feuertal Richtung
Schönberg (Wildenkogel) wandert, ahnt nicht, dass er
sich in einem der höhlenreichsten Gebiete des Toten
Gebirges befindet. Lediglich die Feuertal-Eishöhle,
die auch für Bergsteiger zu erforschen ist, ist ein
Indiz dafür.
Die nur Fachleuten (Speläologen) zugänglichen
Höhlen sind Gebilde der Superlative. Das Feuertal-Höhlensystem
ist 913 m tief und über 20 km lang, es verfügt
über riesige Gänge, die 500 m lang und 25 m breit
sind, über Hallen mit 120 m Durchmesser und über
200 m tiefe Schächte.
Forscher stehen kurz davor, eine Verbindung zwischen dem
Feuertalsystem und der Raucherkarhöhle zu entdecken,
die zwischen dem Schönberg und der Ischlerhütte
liegt und mit über 65 (!) km Länge bereits die
zweit längste Höhle Österreichs ist. Durch
die Verbindung beider Höhlen würde man der längsten
Höhle Österreichs gegenüberstehen. Die Tropfsteinhöhle
im Hangenden Kogel ist eine der schönsten im Toten
Gebirge. Eine Besonderheit stellt ein Becken dar, das mit
Kalzitkristallen ausgekleidet ist, die jedoch großteils
von Mineraliensammlern geplündert wurden. Deshalb ist
die Höhle heute abgesperrt, und sie steht unter Naturschutz.
Das Feuertal und den Schönberg zeichnet eine wunderschöne
Alpenflora aus. In dieser subalpinen bis alpinen Vegetationsstufe
bedingen zunehmende Kälte, Wind, hohe Niederschläge
und eine starke Strahlung eine deutliche Veränderung
der Flora. Wir befinden uns jenseits der Baumgrenze . Latschengebüsch
beherrscht das westliche Tote Gebirge. Auffallend sind die
leuchtenden Blütenfarben vieler Alpenpflanzen, die
auf Pigmente zurückzuführen sind, deren Bildung
durch ultraviolette Strahlung angeregt wird. Zur Alpenflora,
die ins Auge sticht, gehören: Clusiusprimel, Stängelloser
Enzian, Frühlingsenzian, Silberdistel, Alpenanemone
und Alpenrose.
Wegverlauf
Die hochalpine Runde beginnt beim Hochkogelhaus auf dem
Weg Nr. 211 Richtung Ischler Hütte. Zwischen dem Vorderen
und Hinteren Rauhen Kogel zweigt links der Weg Nr. 230 durch
das Feuertal ab, das im Norden vom Hangenden Kogel und im
Süden von der mit mächtigen Schutthalden bedeckten
steilen Nordflanke des Schönbergs begrenzt wird.
Beim Ahnenschacht, einer großen Höhle, zweigt
der Steig rechts zum Schönberg-Ostgrat (Weg Nr. 228)
ab. Die Überquerung dieses Grates, der direkt zum Gipfel
(2093 m) führt und seilversichert ist, erfordert Schwindelfreiheit
und Trittsicherheit.
Der großartige Panoramablick auf die Alpengebirgswelt
entschädigt die Strapazen des im Gratbereich hochalpinen
Anstiegs. Der Abstieg zum Hochkogelhaus erfolgt über
den einfach zu bewältigenden Westgrat (Weg Nr. 227).
Durch dichte Latschenbestände schlängelt sich
der Steig zu einer Weggabelung, sich rechts haltend, gelangt
man auf den Weg Nr. 211 zurück zum Hochkogelhaus.
Wer sich den Steig über den Ostgrat nicht zutraut,
wählt am besten sowohl für Anstieg als auch für
den Abstieg den Weg über den Westgrat. Bei dieser Variante
entgeht einem jedoch der vor allem im Sommer wegen seiner
Blumenpracht unvergessliche Weg durch das Feuertal.
Kurzinformation
Ausgangspunkt: Parkplatz „Schwarzenbach“
Gehzeit: Parkplatz - Hochkogelhaus: 3 St.; Hochkogelhaus
- Feuertal - Schönberg - Hochkogelhaus: 4 St.
Höhenunterschied: Parkplatz „Schwarzenbach“
- Schönberg: 1561 m
Anforderungen: schwierige hochalpine Tour, die Schwindelfreiheit,
Trittsicherheit und Kondition erfordert.
Einkehrmöglichkeit: Hochkogelhaus, Mittereckerstüberl

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