| Hat der klassische Bergsteiger
den Großen Höllkogel (1862 m), den höchsten
Punkt des Höllengebirges erreicht, so genießt
er das Panorama, das vom Mühlviertel über den
Traunstein, das Tote Gebirge, den Dachstein bis zu den Niederen
und Hohen Tauern reicht. Vor sich sieht er das Karstplateau
des Höllengebirges mit seinen typischen latschenbedeckten
Kuppen.
Das Latschengebüsch steigt bis in die Gipfelregionen
des Höllkogels. Wer auf dem Weg zum Höllkogel
genau schaut, bemerkt, dass sie Latschen vor allem auf der
Westseite der Kogel und Gupfe wachsen, während die
Ostseite meist vegetationslos ist.
Auch zeitgeschichtlich interessierte Wanderer finden Spuren.
Christian Topf berichtet in seinem Wanderführer „Auf
den Spuren der Partisanen.
Zeitgeschichtliche Wanderungen“, erschienen 1996
in der „Edition Geschichte der Heimat“ in Grünbach
(OÖ), dass am 8. April 1945 vier im Dienste der Engländer
stehende Österreicher, unter ihnen auch der Ausseer
Albrecht Gaiswinkler, in der Nähe der Rieder Hütte
mit dem Fallschirm abgesprungen sind. Sie sollten eigentlich
nach Bad Aussee fliegen, um den dort weilenden NS-Propagandaminister
Goebbels festzunehmen. Da während des Fluges Schlechtwetter
geherrscht hatte, verlor der Pilot die Orientierung und
setzte die vier über dem Höllengebirge ab. Die
vier Widerstandskämpfer versteckten sich 2 Tage lang
in der Riederhütte. Anschließend stiegen sie
ins Tal nach Ebensee ab und fuhren mit dem Zug nach Bad
Aussee. Ihren Auftrag, Goebbels zu verhaften, konnten sie
nicht mehr erledigen, weil dieser bereits abgereist war.
Wegverlauf
Die Tour beginnt bei der Bergstation der Feuerkogelseilbahn.
Vorbei an Berggasthöfen, die Ostflanke des Heumahdgupfes
querend, gelangt man auf dem Weg Nr. 820 ins Hintere Edltal,
wo man noch deutlich die Lifttrasse und latschenfreie Skipiste
des abgetragenen Hochschneidliftes sieht. In Serpentinen
wird ein kurzer Gegenanstieg bewältigt. Nachdem man
eine ungefährliche, seilgesicherte Engstelle passiert
hat, führt der Weg durch typische Dolinengassen weiter
zu einer Gabelung. Sich rechts haltend, erreicht der Bergsteiger
die in einer Mulde liegende Rieder Hütte (1765 m).
Von der Schutzhütte ist man in einer halben Stunde
auf dem Großen Höllkogel. Der Rückweg führt
durch die Höllkogelgrube (Weg Nr. 833) auf der beschriebenen
Route zum Feuerkogel.
Die Rieder Hütte ist Ausgangspunkt für weitere
interessante Touren: Die klassische Überquerung des
Höllengebirges führt durch den Pfaffengraben zum
Hochleckenhaus (Weg Nr. 820) mit dem Abstieg zur Taferlklause.
Auf dem Weg Nr. 834 gelangt man auf den Eiblgupf (1813 m),
der einen eindrucksvollen Tiefblick ins Langbathseegebiet
gewährt. Als Abstiegsroute nach Ebensee bietet sich
der Weg Nr. 830 über die Spitzalm zur Miesenbachmühle
(Langwies) an.
Kurzinformation
Ausgangspunkt:
Bergstation der Feuerkogelseilbahn
Gehzeit:
Bergstation - Rieder Hütte: 2 St.;
Rieder Hütte - Gr. Höllkogel: 1/2 St.
Varianten:
Gr. Höllkogel - Spitzalm - Miesenbachmühle: 3
1/2 St.;
Rieder Hütte - Eiblgupf - retour: 1 1/4 St.;
Rieder Hütte - Hochleckenhaus - Taferlklause: 7 St.
Höhenunterschied:
Bergstation - Gr. Höllkogel: 270 m
Anforderungen:
Bergtour, die Trittsicherheit und Kondition erfordert
Einkehrmöglichkeit:
Rieder Hütte: (Öffnungszeiten: Winter: von Jänner
bis Ostern durchgehend geöffnet; Sommer: Mitte Mai
bis Ende Oktober durchgehend geöffnet;
Nächtigungsmöglichkeit; Auskunft bei Berggstation);
5 Berggasthöfe

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