„Als in Ebensee noch keine Kirche
war, mussten die Leute zum Gottesdienst über den See
nach Traunkirchen, denn dahin gab es damals noch keine Straße.
Sie errichteten sich in der "Lamba" einen Kalvarienberg,
der bald viel besucht war.
Auf der Höhe stand eine Holzkapelle mit der Kreuzigungsgruppe,
daneben eine kleine Kapelle mit der schmerzhaften Mutter.
Besonders gerne betete hier der Katzenwoferl. War er dabei
allein, so hielt er mit der Muttergottes laut andächtige
Zwiesprache. Er hauste an einem Anger im Walde nahe der
Kohlstatt in einer Klause und beschäftigte sich mit
dem Korbflechten und Kräutersammeln. Auch Katzen soll
er gehalten haben. Das Leutgebhaus zu Ebensee war damals
Rast für die Reisenden , die von und nach Gmunden über
den See fuhren. Die wohlhabende Wirtin, die gute Frau Koch,
sorgte wie eine Mutter für ihre Dienstboten und ließ
den Armen ihr Häferl Suppe zukommen. Auch der Katzenwoferl
durfte sich hier sein Essen holen. Die Frau Koch wurde schwer
krank, der Bader schüttelte bedenklich den Kopf. Woferl
betete in der Kapelle für seine Wohltäterin zur
schmerzhaften Mutter und ging dann um seine Suppe. In der
Küche sagte er den bekümmerten Leuten: "Vergelts
Gott! Nur nit verzag’n, d’Frau wird schon wieder
gsund!"
Und so geschah es auch. Dies wiederholte sich mehrmals
und immer traf seine Vorhersage ein. Die Leute meinten,
er tue dies mit Wenden und Sympathiestücken und belauschten
ihn in der Kapelle. Sie hörten ihn aber nur beten und
die Mutter Gottes anbetteln, sie möge bei ihrem Sohn
Fürsprache leisten, "dass er die gnädi Frau
Koch gesund wern lasst." Als die Frau in ihre letzte
Krankheit fiel, betete er wieder fleißig in der Kapelle.
Als er in die Küche um seine Suppe kam und wieder gefragt
wurde, fügte er seinem "Vergeltsgott" nur
bei: "Wie’s unser Hergott will!"
Am vierten Tag darauf starb die Frau Koch.“ (Sabine
Hitzenberger: Sagen und Märchen vom Traunsee; Seite
53 - 54)
Wegverlauf
Der erste Teil des Weges ist ident mit dem Kalvarienbergweg.
Nach der letzten Kreuzbergkapelle führt der Katzenwoferlklausweg
links weiter. Vorbei an der Abzweigung des Edelweiß-Europa-Weges
auf den Feuerkkogel, gelangt man zu einem schönen Aussichtspunkt,
der einen Blick auf das Langbathtal, den Bergfriedhof und
den Traunsee öffnet.
Durch einen
Mischwald erreicht man eine Lichtung mit der Katzenwoferlklause
und Sitzbänken zum Verweilen.
Über Stege, die kleine Gräben überbrücken,
geht’s bergab zum Schulerberg und zur Talstation der
Feuerkogelseilbahn. Über die Langbathstraße kehrt
man ins Ortszentrum zurück. Alternativ ist der Rückweg
auch über den Bartlbergweg oder den Kalvarienbergweg
zu bewältigen.
Kurzinformation
Ausgangspunkt:
Soleweg bei ehemaligem Gh. Stöckl (Parkplatz: Rathausplatz
Gehzeit:
Kalvarienbergweg - Katzenwoferlklausweg - Langbathstraße
- Ausgangspunkt: 1 1/2 St.
Varianten:
Kalvarienbergweg - Katzenwoferlklausweg - Gh. „Zur
Seilbahn“ - Kalvarienbergweg: 1 3/4 St.; Kalvarienbergweg
- Katzenwoferlklausweg - Langbathstraße - Bartlbergweg:
2 1/2 St.
Anforderungen:
Spazierweg; Anstieg mit vielen Stufen
Einkehrmöglichkeit: Gasthäuser in Ebensee

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