Kalvarienberge sind typisch für die
Orte des Salzkammergutes. Die Katholiken verehren sie als
den Kreuzigungs- und Sterbeort von Jesus Christus. „Calvaria“
ist eine Übersetzung des Aramäischen „golgolta“,
verkürzt „golgotha“ ausgesprochen.
Im Barock und Rokoko ließen im Salzkammergut vor allem
die Jesuiten des Klosters Traunkirchen Kalvarienbergkirchen
als Mittel der religiösen Unterweisung errichten. Einer
der eindruckvollsten Kalvarienberge ist der von Ebensee.
Über eine in mehrere Etagen angelegte Stiege
erreicht man auf fast 400 Steinstufen, vorbei an 6 Kreuzwegkapellen,
die barocke Bergkirche mit
ihrem typischen Glockenturm, die wie eine imposante Naturkanzel
über Ebensee Thront und auf einem steilen Sporn des
Wimmersberges errichtet wurde. Ursprünglich wurde schon
1690 an der Stelle des heutigen „Berghauses“
eine hölzerne Kapelle erbaut. Das raue Klima setzte
jedoch dem Holzbau derart zu, dass man schon einige Jahrzehnte
später an einen Neubau an einer weniger exponierten
Stelle dachte. 1779 wurde die neue Kalvarienbergkirche mit
einem Gottesdienst eröffnet. Das Fundament der aufgelassenen
Kapelle wurde für die Errichtung des „Berghauses“
verwendet. Die Bewohner sorgten für die Beaufsichtigung
der neuen Kirche. Durch einen Vorbau und ein Gitter gelangt
man in den Kirchenraum, der von einer über dem Altar
befindlichen Dreikreuzgruppe und zwei Statuen, dem Leidensmann
im Kerker, und dem reuigen Petrus, beherrscht wird.
Wegverlauf
Hinter der Marktgasse, am Soleweg, liegt der zur Zeit nicht
bewirtschaftete Gasthof Stöckl. Hier beginnt der Kalvarienbergweg,
der über viele Steinstufen zur Bergkirche führt.
Markant sind 6 Kapellen mit ihren der Alpenlandschaft angepassten
steilen Spitzdächern. In den offenen Kapellen sind
aus Lärchenholz geschnitzte Halbreliefs zu bewundern,
die Motive des Schmerzhaften Rosenkranzes darstellen. Der
Weg öffnet einen einen lehrreichen Ausblick auf das
„alte“, links der Traun und das „neue“,
rechts der Traun
liegende Siedlungsgebiet von Ebensee. In der Nähe des
„Berghauses“ teilt sich der Weg. Links geht
es zur Katzenwoferlklause,
der Kalvarienbergweg zweigt nach rechts ab und führt
auf einem Fahrweg Richtung Kohlstatt zu einer Kapelle. Geht
man links weiter ,
gelangt man zur Talstation der Feuerkogel-Seilbahn, rechts
mündet der Weg in die Glöcklergasse. Über
die Langbathstraße erreicht man den Ausgangspunkt
im Ortszentrum. Als Variante ist der Rückweg über
den Bartlbergweg oder über den Katzenwoferlklausweg
zu empfehlen.
Kurzinformation
Ausgangspunkt: Soleweg bei ehemaligem Gasthaus Stöckl
(Parkplatz: Rathausplatz)
Gehzeit: Kalvarienberg - Kohlstatt - Ausgangspunkt: 1 1/4
St.
Anforderungen: Spazierweg; Anstieg über viele Stufen
Einkehrmöglichkeit: Gasthäuser in Ebensee

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