|
Kaiser Franz Josef nutzte seine Aufenthalte in Bad Ischl für ausgedehnte
Jagdausflüge ins Tote- und Höllengebirge. Jagdschlösser
am Offen- und Langbathsee zeugen von der majestätischen
Jagdleidenschaft. Damit die durchlauchtigsten Herrschaften
bei der Ausübung ihres Hobbys nicht gestört wurden,
durfte das Höllengebirge bis 1914 nur mit schriftlicher
Genehmigung der Forstbehörde betreten werden. Diese
Zeiten sind gottlob vorbei, und das Höllengebirge ist
heute ein beliebtes Wandergebiet - auf zum Teil „kaiserlichen“
Pfaden. Dass die Hofdamen wirklich auf Sänften auf
dem Kaiserweg getragen wurden, lässt sich jedoch nicht
bestätigen.
Blickt man vom Trauntal (von der Ortschaft Lahnstein) auf
den Abschnitt des Höllengebirges zwischen dem Helmesgupf
und dem Grillkopf, dort, wo der Kaiserweg verläuft,
bemerkt man in etwa 1100 m Höhe einen fast tischeben
verlaufenden Horizont, der von Kerben - Lawinengängen
- begrenzt wird. Während der letzten Eiszeit lag hier
ein kleiner Lokalgletscher, der diesem östlichen Teil
des Höllengebirges dieses markante Profil gegeben hat.
An dieses ehemalige „Gletschertal“ schließen
sich noch gut erhaltene, bewaldete Seiten- und Endmoränen
(Ablagerungsmaterial der Gletscher) an. Beim Jagdhaus der
Spitzalm sind noch alte Fundamente längst verfallener
Almhütten zu sehen.
Auch andere Almen, wie die Pledialm, Schwarzeckalm oder
Schafalm, sind ebenfalls verfallen. Auf dem Höllengebirge
sind nur mehr 2 Almen bewirtschaftet: die Greisalm am Hochlecken
und die Sattelalm am Feuerkogel. Die Sattelalm ist eine
Servitutsalm mit 3 Almhütten, die von Juni bis September
betrieben wird.
Wegverlauf
Nachdem man bequem mit der Feuerkogelseilbahn das Plateau
erreicht hat, sucht man sich den gut beschilderten Weg zum
Helmesgupf. Vorbei am Heumahdgupf und Steinkogel, erreicht
man kurz vor dem Helmesgupf die Abzweigung zum Kaiserweg
(Weg. Nr. 837). Dieser Steig führt durch das verkarstete,
latschenbedeckte „Gletschertal“, von dem aus
das tief liegende Trauntal mit der Industriezone Steinkogel
sichtbar ist, die von der Saline beherrscht wird. Ein Hindernis
stellt eine etwa 30 m hohe Felsstufe zur Ofenhöhe (1594
m) dar, deren Steig jedoch gut mit Drahtseilen gesichert
ist.
Nach dieser kurzen „Kletterpartie“ gelangt
man mühelos zur Vorderen Spitzalm (Jagdhaus). Der Weg
ins Trauntal (Weg Nr.830) schlängelt sich in vielen
Serpentinen durch einen steilen Hochwald, bis man auf eine
Forststraße gelangt, die bei der Miesenbachmühle
in die alte Bundesstraße 145 mündet. Ebensee
erreicht man am besten mit der Eisenbahn; die nächst
gelegene Haltestelle liegt in der Ortschaft Steinkogel.
Als Abstiegsvariante sei der Weg Nr. 831 angeführt,
der auf der Forststraße vom Weg Nr. 830 abzweigt und
durch den Aritzbachgraben zum Gasthaus Lüfteneck (Ortschaft
Langwies) führt.
Kurzinformation
Ausgangspunkt:
Bergstation der Feuerkogelseilbahn
Gehzeit:
Bergstation - Vordere Spitzalm: 3 St.;
Vordere Spitzalm - Miesenbachmühle: 2 St.
Höhenunterschied:
nicht erwähnenswert; einige Gegenanstiege
Variante:
Runde: Feuerkogel - Riederhütte - Spitzalm - Kaiserweg
- Feuerkogel: 6 St.
Anforderungen:
Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Kondition erforderlich
Einkehrmöglichkeit: Gh. Lüfteneck

|