| Der Ortsteil Rindbach war an der Wende
zum 20. Jh. das Zentrum der Sommerfrische in Ebensee. Die
Sommerresidenz der Monarchie war wohl Bad Ischl, doch auch
Rindbach war während der Sommermonate ein beliebtes
Refugium bekannter Künstler und finanzkräftiger
Bankiers und Ärzte.
Die Schriftsteller Fritz von Herzmanovsky-Orlando und Hermann
Bahr, der Liederkomponist Hugo Wolf haben ebenso ihre Spuren
hinterlassen wie die Bankiersfamilien Mendelssohn und Asten.
An der
Kreuzung Rindbachstraße - Alte Traunstraße,
am Beginn des Jubiläumsweges, steht der Seegasthof
Rindbach. Diese ehemalige Sommervilla, die in einer prächtigen
Parkanlage am Traunsee situiert ist, wurde 1890 vom Arzt
Ritter von Schrötter errichtet, der Leibarzt des preußischen
Kaisers Friedrich Wilhelm war.
Ein paar Meter weiter ist die „casa felice“,
heute eine Jugendherberge, zu finden, erbaut von der Berliner
Bankiersfamilie Asten. Diese Familie residierte sehr extravagant.
So musste jede Woche der Uhrmacher von Ebensee in die Villa
kommen, um alle Uhren im Haus aufzuziehen.
Am bekanntesten waren die Bankiers Mendelssohn, eine der
wohlhabendsten Familien von Berlin, nach der die Straße
benannt ist, auf der ein Abschnitt des beschriebenen Weges
führt. Sie ließen 1906 das vier Hektar große
Anwesen „Fichteneck“ errichten. Die Villa wurde
zwar schon vor einiger Zeit abgerissen, die Steinmauer,
die das Gut begrenzt, ist jedoch noch erhalten.
Gegenüber
vom „Fichteneck“ liegt die „Dreiecksvilla“,
1924 im Schweizer Stil erbaut, die einer der Töchter
der Mendelssohns gehörte. Die Familie war in der Rindbacher
Bevölkerung sehr beliebt, traten sie doch als großzügige
Gönner von Vereinen und bedürftigen Kindern auf.
Die Villa
Kögerl, die auf einem Felsen am Ufer des Rindbaches
liegt, und vom Jubiläumsweg aus nicht zu sehen ist,
ist ein weiterer typischer Sommerfrische-Bau.
Der Verein „B-Tracht Ebensee“ veröffentlichte
1991 den Band „Auf Sommerfrische in Ebensee. Besuche
im Ebensee der Jahrhundertwende“, aus dem diese Informationen
entnommen sind. Darin wird aus einem alten Reiseführer
zitiert. Über Ebensee und speziell über Rindbach
heißt es: „Das Landschaftsbild, welches durch
die Berge des Traunsees eine herrliche Staffage erhält,
ist ungemein schön (...) Den Sommergästen stehen
zahlreiche (...) Privatwohnungen und einzelne Zimmer in
Gasthöfen zur Verfügung.“
Wegverlauf
Im Kreuzungsbereich
Rindbachstraße - Alte Traunstraße zweigt ein
schmaler Weg ab, der Schöffauweg. Er führt über
Wiesen durch eine Streusiedlung bis zur Mendelssohnstraße.
Auf dieser Straße gelangt man über einen kurzen
Anstieg, vorbei am „Fichteneck“, zu einer Forststraße,
die rechts abzweigt. Wiederum rechts biegt ein Waldweg ab,
der leicht ansteigend verläuft.
Entlang
des Jubiläumsweges aufgestellte Bänke laden zum
Verweilen ein. Über Brückerl weist der Weg zu
einem Aussichtspunkt, von dem aus Ebensee und der Traunsee
vor dem Betrachter liegen. Über einige Kehren wird
der Talboden erreicht.
Die Alte
Traun wird überquert, und auf der Alten Traunstraße
marschiert man 20 Min. zum Ausgangspunkt des Jubiläumsweges
zurück.
Kurzinformation
Ausgangspunkt:
Kreuzung Rindbachstraße - Alte Traunstraße
Gehzeit: 1 1/4 St.
Anforderungen:
leicht begehbarer, schattiger Spazierweg
Einkehrmöglichkeit:
Gh. Riedler

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