| Von den Aussichtsbergen rund
um Ebensee ist der Eibenberg in mehrfacher Hinsicht herausragend.
Nach einem langen und steilen Anstieg auf einem von drei
Wegen (von Rindbach, der Finkerleiten oder vom Offenseetal)
sind die letzten 25 Minuten auf der Eibenbergschneid für
den trittsicheren Bergsteiger ein Leckerbissen.
Auf dem von Latschen bedeckten Kamm gehend, betrachtet
der Bergfreund zur linken Hand (Richtung NW) den mehr als
1.000 Höhenmeter tiefer liegenden Traunsee, zur Rechten
(Richtung SO) glitzert der Offensee herauf.
Ist die Sonnseite zum Offenseetal hin gleichmäßig
steil, durchzogen von Felsbänken, die, wie mit einem
Lineal gezogen, höhenlinienparallel verlaufen, bedeckt
mit Latschenfeldern und alpinen Matten, so ist die Schattseite
Richtung Rindbach viel abwechslungsreicher. Bis zur Schneid
hinauf reicht der Fichtenhochwald, aufgelockert von brach
liegenden Almböden. Die Talflanke ist viel länger
und kupiert.
Bis zur Eibenberg-Jagdhütte ist sie steil und von
Gräben zerschnitten. Anschließend folgt eine
karartige Verebnung, die von steilen Hängen umrahmt
wird. Übrigens: Von den Eibenbeständen, die dem
Berg den Namen gegeben haben, ist nicht mehr viel zu sehen.
Die Nonnen des Klosters Traunkirchen, in deren Besitz dieses
Gebiet im Mittelalter stand, betrieben unrer anderem mit
dem extrem langsam wachsenden Eibenholz einträgliche
Geschäfte. Vor der Erfindung der Feuerwaffen war dieses
Holz zur Erzeugung von Bögen für Kriegszwecke
unerlässlich.
Wegverlauf
Ausgangspunkt ist der Parkplatz bei der Schießstätte
in Rindbach. Wo die Straße die letzten Häuser
und Wiesen Rindbachs verlässt, zweigt rechts der Weg
(Nr. 227) ab.
Er führt zunächst durch einen dichten Mischwald
aufwärts in den Waltersgraben. Im oberen Teil des Grabens
verflacht das Gelände allmählich, und nachdem
man zweimal eine Forststraße gequert hat, kommt man
an der Eibenberg-Jagdhütte vorbei.
Leicht ansteigend geht es weiter bis ins Gschlif. Durch
einen steilen Fichtenhochwald - vorbei an einer Quelle,
einer Almhütte, über Almwiesen, erreicht man den
Bergkamm. Das letzte Stück, das an einigen Stellen
ausgesetzt ist, verläuft direkt auf dem Kamm nach Nordosten
bis zum Gipfel. Für den Abstieg bieten sich zwei Varianten
an. Man wandert auf der Schneid zurück bis zum Hinweisschild
„Nach Finkerleiten“.
Der Weg (Nr. 225) führt zu den südwestlichen
Ausläufern der Eibenbergschneid. In einer Mulde gelangt
man auf eine Forststraße, auf der man - vorbei an
zwei Jagdhütten, oberhalb des Hatschek-Steinbruches,
durch einen Tunnel - die Finkerleiten-Siedlung erreicht.
Als zweite Variante sei der Abstieg über die Hiaslalm
zum Offenseetal erwähnt. Man wandert auf der Eibenbergschneid
zurück bis zum Wegschild „Zur Hiaslalm“.
Nun folgt ein gut markierter, jedoch steiler, im oberen
Teil anspruchsvoller Steig, der Trittsicherheit erfordert.
Nach der Hiaslalm wird der Steig, ein typischer Almweg,
einfacher, und er schlängelt sich in vielen Serpentinen
bis zum Offenseetal.
Kurzinformation
Ausgangspunkt: Ebensee Rindbach: Parkplatz bei Schießstätte
Gehzeit: Rindbach - Eibenberg (1598 m): 3 St.
Varianten: Finkerleiten - Eibenberg: 3 St.; Offenseetal
-Hiaslalm - Eibenberg: 2 1/2 St.
Höhenunterschied: Rindbach - Eibenberg: 1148m
Anforderungen: anspruchsvolle Bergwanderung; Trittsicherheit
im Kammbereich erforderlich
Einkehrmöglichkeit:
Finkerleitenwirt, Gh. Riedler

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